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Der Zubau von dezentralen WKK- und Solarstrom-Anlagen bietet eine optimale Lösung, um die Atomenergie mindestens teilweise zu ersetzen und das Sommer-Winter-Gefälle in der Schweizer Stromversorgung auszugleichen. Denn in den Sektoren Verkehr, Raumwärme, Industrie und Gewerbe kann die Schweiz viel mehr fossile Energie einsparen, als zusätzliche effiziente WKK-Anlagen benötigen. Unter dem Strich resultiert trotz zusätzlicher WKK-Anlagen ein deutlicher Rückgang der CO2-Emissionen.

ElCom-Präsident Carlo Schmid wies an ihrer letzten Jahresmedienkonferenz in Bern ebenfalls auf die wachsende inländische Versorgungslücke im Winterhalbjahr hin. Dabei stellte er in Frage, dass die Schweiz künftig jederzeit genügend Strom importieren kann, denn auch in Süddeutschland könnte Strom nach dem Ausstieg Deutschlands aus der Atomenergie knapp werden. Deshalb müsse die Schweiz im Winterhalbjahr selber genügend Strom bereit stellen.

Artikel herunterladen: „Die Stromlücke im Winter, und wie sie sich stopfen lässt.“

Quelle: www.infosperber.ch vom 5./6. Juni 2019

Der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) hat Parlamentarier verschiedener Parteien zum Thema Energiezukunft und Versorgungssicherheit befragt. Dass der Stromverbrauch künftig aufgrund der Substitution fossiler Energien durch elektrische Anwendungen zunehmen werde, hatten drei der fünf befragten Politiker zu Protokoll gebracht. Dabei wurde insbesondere auch die Rolle der Elektromobilität hervorgehoben. Wichtig wären dabei neue Anreize für Investitionen in erneuerbare Energien in der Schweiz. Dies auch weil eine reine Importstrategie nicht realistisch sei bzw. erhebliche Risiken berge.

Der VSE hat aus den Antworten der Politiker auch die Notwendigkeit nach mehr Sektorkopplung identifiziert. So müsse bspw. „Power-to-Gas“ vorangetrieben werden, weil diese Technologie heute noch im Versuchsstadium sei und Verbesserungen brauche. Die Optionen für das Winterhalbjahr müssten so oder so weiter ausgebaut werden. Dies gelte insbesondere auch für die Wärme-Kraft-Kopplung, also das Zusammenspiel von Gas-, Strom- und Wärmenetz. Man gab sich überzeugt, dass auch kleinere BHKW’s im Sinne von stromproduzierenden Heizungen in einer integrierten Energie- und Klimapolitik wichtig wären.

Bericht auf der VSE Website nachlesen.

Quelle: energate messenger vom 26.4.2019

Das Heizen und die Stromerzeugung mittels erneuerbaren Gasen soll gefördert werden. Dafür sprachen sich die Referenten am Bioenergie-Forum in Bern aus. Gemäss Hans-Christian Angele, Leiter Politik VSG, gehe es darum, die Überproduktion an Strom im Sommer und den Mangel im Winter besser zu regeln. Darüber hinaus gelte es, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Gas und Wärme liessen sich in miteinander gekoppelten Netzen kombinieren.

Heute machen erneuerbare Gase auf dem Schweizer Wärmemarkt rund drei Prozent aus. Bis 2030 sollen es gemäss dem selbst formulierten Ziel der Gaswirtschaft 30 Prozent sein. Ein enormes Potenzial weise darüber hinaus Power-to-Gas (PtG) auf. Von grosser Bedeutung seien auch die Importe. Biogas lasse sich im Ausland effizienter und günstiger produzieren als in der Schweiz.

Die interessanteste Anwendung von erneuerbaren Gasen sieht der VSG mit Blockheizkraftwerken, um im Winter Strom und Wärme zu produzieren. Mittels kleinerer Anlagen für die Wärmekraftkopplung könne die Schweiz die Lücke in Bezug auf den Winterstrom teilweise schliessen. Angele zitierte eine Studie der ETH, wonach bei einer Installation von insgesamt 7.000 solcher WKK-Anlagen rund sechs Prozent des im Winter benötigten Stroms abdecken könnten. Gleichzeitig würde der Ausstoss von CO2 im Vergleich mit heute um 43 Prozent gesenkt.

Präsentation vom VSG hier herunterladen.

Quelle: energate messenger vom 3.4.2019

Der Bundesrat hat im Oktober 2018 das UVEK beauftragt ein Vernehmlassungsverfahren zur Revision des Stromversorgungsgesetz (StromVG) durchzuführen. Themen darin sind volle Strommarktöffnung, Speicherreserve und Modernisierung der Netzregulierung. POWERLOOP hat seine Stellungnahme per 31.01.19 eingereicht.

Grundsätzlich begrüssen wir die Revision des StromVG und sind der Auffassung, dass diese dringend ist. Wir begrüssen ebenfalls die Absicht, die sogenannte Sektorenkopplung der Netze für Gas, Strom, Wärme und der Mobilität durch Technologien wie Power-to-Gas/Fuel (and Heat) und Fuel/Gas-to-Power (and Heat) durch optimale Nutzung der Angebote an erneuerbaren Energieträgern und der Speicherfähigkeit der vorhandenen Netze zu stärken.

Damit deren Marktchancen wirklich verbessert werden und insbesondere das Ungleichgewicht der Schweizer Stromversorgung im Sommer und im Winter nicht durch Strom aus unbekannter Herkunft aus dem Ausland «saubergewaschen» wird, sind einzelne Artikel im revidierten Gesetzesvorschlag anzupassen. Was aus unserer Sicht in der vorliegenden Revision des StromVG deutlich zu kurz kommt, ist der Einbezug von Prosumern / dezentralen Produzenten von Strom, ausserhalb der klassischen Stromwirtschaft, und damit ein wachsender Bereich von Stromproduzenten.

(Die vollständige POWERLOOP Stellungnahme vom 31.01.19 herunterladen)

Quelle: intern

In zwei Jahrzehnten sollen alle deutschen Kohlekraftwerke stillgelegt sein
Der Vorsitzende der Kohlekommission spricht von einem «historischen Kraftakt» und will nicht sagen, was der Ausstieg kosten wird. Die Umweltverbände sind mit dem Kompromiss unzufrieden, der manche Regionen Deutschlands von Grund auf verändern wird.
Das letzte Kohlekraftwerk in Deutschland soll spätestens im Jahr 2038 vom Netz gehen und die Kohlereviere werden mit Milliardenhilfe gestützt: Auf dieses Verhandlungsergebnis einigte sich die Kohlekommission am frühen Samstagmorgen in Berlin. «Es war extrem konfliktreich», sagte deren Vorsitzender Ronald Pofalla. Der Konsens sei nicht vorhersehbar gewesen. Schliesslich stimmten 27 von 28 Kommissionsmitgliedern dem Vorschlag zu. Bei einer Pressekonferenz am Samstag wollte Pofalla nicht auf die Frage antworten, wie teuer der Ausstieg aus der Kohle wird. Momentan ist davon auszugehen, dass deutlich mehr als 40 Milliarden Euro investiert werden müssen. Pofalla sagte, ohne den Kohleausstieg werde Deutschland gegen die international vereinbarten Klimaziele verstossen und müsse Strafen in Milliardenhöhe zahlen.
 
Quelle: Jonas Hermann, NZZ 26.01.19

Gaskombikraftwerke wird es in der Schweiz nicht geben. Hierzu würden sich keine politischen Mehrheiten finden lassen, sagte der frühere BFE-Direktor Walter Steinmann am Stromkongress. Steinmann verwies in diesem Zusammenhang auf das Elcom-Forum vom vergangenem November (energate berichtete). Hier soll der Regulator für Gaskraftwerke geweibelt haben, rief der frühere BFE-Direktor in Erinnerung. Trotz seiner Aussage in Richtung des – sich selbst stets als technologieneutral bezeichnenden – Regulators betonte Steinmann, dass Gas auf dem Weg in die Energiezukunft eine Rolle spielen könnte und sollte. „Wir müssen das grüne Gas ausbauen“, so der ehemalige BFE-Mann. Heute müssten sich die Gasversorger, welche überwiegend in rot-grün dominierten Städten beheimatet seien, genau überlegen, wo sie auf Gas und wo sie auf andere Lösungen setzen wollen. „Dort wo Gas Zukunft hat, sollten wir vermehrt WKK reinhängen“, sagte Steinmann mit Blick auf Peaks beim Strom- und Wärmebedarf.

In der intelligenten Versorgung ganzer Quartiere mit Strom und Wärme sähen er und die Credit Suisse ein neues Geschäftsmodell für die Energieversorger, meinte Steinmann, welcher am Stromkongress auch als Senior Advisor der Credit Suisse Energy Infrastructure Partners AG sprach, weiter. Denn: „Wir wissen es alle. Allein mit dem Produkt Strom kann man heute nicht mehr viel Geld verdienen.“ Weitere neue Geschäftsmodelle sah der Energiefachmann im Bereich Smart Cities und der Elektromobilität. Dass alle Energieversorger den Schritt zum „EVU 4.0“ schaffen würden, bezweifelte Steinmann. Einige müssten sich deshalb wohl künftig auf ihre Rolle als Netzbetreiber beschränken.

Quelle: Energate Messenger

An einer ausserordentlichen Generalversammlung in Buchs AG schlossen sich am 29.11.2018 der V3E Verband Effiziente Energie Erzeugung und der WKK-Fachverband zu PowerLoop Schweizerischer Fachverband zusammen. Ziel dieser neuen Plattform ist die sichere und intelligente Energieversorgung der Schweiz entsprechend der Energiestrategie 2050. Gas, Strom und Wärme können für eine eigenständige und nachhaltige Versorgung der Schweiz sorgen, wenn sie in effizienten Kreisläufen verbunden werden — in einem «Loop». Deshalb der Verbandsname PowerLoop.

Fachartikel HK-Gebäudetechnik 1/2019 herunterladen

Quelle: HK-Gebäudetechnik

… Strom wurden 2017 in umweltschonenden Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen erzeugt

Mit über 116 Milliarden erzeugten Kilowattstunden haben Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen 2017 fast 19 Prozent zur Nettostromerzeugung in Deutschland beitragen. Durch die klimaschonende Technik werden jedes Jahr CO2-Emissionen in Höhe von 58 Millionen Tonnen eingespart. Würde die KWK-Stromerzeugung bis 2030 auf 150 Mrd. kWh angehoben und Kohle durch Gas als Brennstoff ersetzt (fuel switch), ließen sich insgesamt sogar 86 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr einsparen. Das wäre ein signifikanter Beitrag für die Erreichung des Klimaziels von 61 Prozent CO2-Emissionsminderung bis 2030 gegenüber 1990.

Damit auch kurzfristig klimaschonende KWK-Anlagen gebaut und damit der fuel switch vorangetrieben werden kann, müssen jetzt sichere Investitionsbedingungen geschaffen werden. Basis hierfür ist die zeitnahe Verlängerung des KWK-Gesetzes bis zum Jahr 2025.

Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen erzeugen gleichzeitig Strom und Wärme. Sie sind zumeist eingebunden in ein System aus Wärmenetz, Wärmespeicher und zunehmend auch Power-to-Heat-Anlagen. Über diese flexiblen „KWK-/Wärmenetzsysteme“ werden viele Wärmekunden versorgt und gleichzeitig wichtige Beiträge zur Versorgungs- und Systemsicherheit im Stromsektor geleistet. KWK-/Wärmenetzsysteme spielen so bei der Realisierung der Wärmewende in Städten eine Schlüsselrolle.

Quelle: BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V.