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27. Juli 2021

Der konfliktreiche Abschied vom Erdgas

Die Stadt Basel will künftig ohne fossile Energien heizen. Nun gibt es heftige Kritik von Grosskunden und vom Preisüberwacher. Die gleichen Probleme drohen auch in anderen Gemeinden.

Erdgas darf in unserem Energiesystem der Zukunft nur noch eine kleine Rolle spielen, wenn die Schweiz 2050 tatsächlich klimaneutral sein will. Doch einfach wird der Ausstieg nicht. Erdgas ist nach Erdöl und Strom der drittwichtigste Energieträger der Schweiz. Zehntausende Industrieunternehmen und Hunderttausende Private nutzen ihn. Wie sollen sie zum Umstieg gebracht werden?

Daran entzündet sich Streit, wie sich an den Industriellen Werken Basel (IWB) zeigt. Der Versorger der Stadt Basel, der auch im Umland aktiv ist, hat angesichts des absehbaren Gasausstiegs ein neues Preismodell beschlossen. Und damit heftige Kritik des Preisüberwachers und von Grosskunden ausgelöst.

Für die Berechnung der neuen Tarife haben die IWB die Abschreibungsdauer der Leitungen und Anlagen reduziert. Anstatt 80 Jahre beträgt sie nur noch 50 Jahre. Was nach einer banalen buchhalterischen Umstellung tönt, hat direkte Konsequenzen für die Bezüger: Sie müssen künftig deutlich mehr für die Nutzung des Gasnetzes bezahlen.

Was den Gasversorgern in der Schweiz bevorsteht, lässt sich auch in einem kürzlich veröffentlichten Bericht der Metropolitankonferenz Zürich nachlesen: Strengere Bauvorschriften und Förderprogramme führen dazu, dass Hauseigentümer auf Fernwärme oder Wärmepumpen umsteigen. Damit gehen diese der Gasversorgung «als Kunden verloren». Wer am Gasnetz bleibt, trägt die Folgen: Die Netzkosten «bleiben gleich hoch und müssen auf weniger Absatz verteilt werden». Wer als Gasbezüger dann etwas fürs Klima tun will, kann zwar einen Anteil Biogas verbrennen – doch dieses ist teurer.

Versorgungssicherheit: Der Bund prüft spezielle Gaskraftwerke

Sogenannte Gas-Peaker könnten die Stromversorgung bei Knappheit stützen. Der Bund will zudem einen tieferen Stromverbrauch im Winter. Mit dem Rahmenabkommen ist auch das Stromabkommen mit der EU gescheitert. Damit wird noch unsicherer, ob die Schweiz künftig genug Strom wird importieren können. Der Bund reagiert nun und prüft eine Reihe von Gegenmassnahmen. Eine ist der Bau mehrerer Gas-Peaker-Kraftwerke. «Sie sind eine Option, die derzeit näher angeschaut wird», bestätigt Marianne Zünd, Sprecherin des Bundesamtes für Energie (BfE). Gas-Peaker –übersetzt «Gaskraftwerke für die Abdeckung von Verbrauchsspitzen» – kommen nur bei Engpässen zum Einsatz. Die übrige Zeit sind sie im Stand-by. In den USA gibt es rund 1000 solcher Kraftwerke.

NZZ am Sontag / 10. Juli 2021 / Jürg Meier

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13. Juli 2021

Debatte um Stromversorgung

Axpo-Chef zur Energiewende Brauchen wir mehr Gaskraftwerke? Muss Beznau länger laufen? Christoph Brand sagt, wo er die grössten Widerstände beim Atomausstieg in der Schweiz sieht.

Nach dem Aus für das Stromabkommen mit der EU scheint Panik in der Branche zu herrschen: Drohen nun Stromengpässe?
Ich nehme keine Panik wahr. Es läuft, zum Glück, eine sachliche Diskussion darüber an, wie wir unsere Stromversorgung sichern können.

Die Strombranche warnt aber, ohne das Abkommen sei die Versorgungssicherheit schon ab 2025 gefährdet.
Es gibt in der Tat Szenarien, die diese Gefahr plausibel aufzeigen: Der Winter ist sehr kalt, der Stromverbrauch entsprechend hoch, dazu herrscht in Europa eine Windflaute, und in der Schweiz gehen ein oder zwei Kernkraftwerke temporär vom Netz. Eine ähnliche Situation hatten wir 2015. Eine neue Regel verschärft diese potenzielle Gefahr: Ab 2025 müssen die Nachbarländer der Schweiz mindestens 70 Prozent der grenzüberschreitenden Kapazitäten für den Handel zwischen EU Mitgliedsstaaten reservieren. Die Importkapazität für die Schweiz wird also kleiner.

Wird die Schweiz abgehängt von Europas Strommarkt?
Auf Fachebene herrscht Einigkeit, dass es unsinnig wäre, die Schweiz zu diskriminieren. Als es im Januar in Nordwesteuropa zu einem Spannungsabfall gekommen war und die Gefahr eines Blackouts bestand, hat die Schweiz mitgeholfen, das europäische Stromnetz zu stabilisieren. Das zeigt, welche Bedeutung die Schweiz hat. Eine andere Frage ist, wie stark die EU nach dem Aus für das Rahmenabkommen Druck auf die Schweiz ausüben will. Die politische Sicht könnte so die fachliche verdrängen.

Debatte um Stromversorgung
Kann sich die Schweiz künftig sicher mit Strom versorgen? Die Debatte flammte neu auf, nachdem der Bundesrat das Rahmenabkommen versenkt hatte und damit ein Stromabkommen mit der EU in weite Ferne gerückt war. Der Bundesrat will den Ausbau der erneuerbaren Energien
beschleunigen und die Versorgungssicherheit stärken. Geplant ist eine Revision des Stromversorgungsgesetzes und des Energiegesetzes. Die Botschaft dazu hat er kürzlich präsentiert.

Tages-Anzeiger, 13. Juli 2021 / Stefan Häne und Martin Läubli

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7. Juli 2021

«So ist die Energiewende nicht umsetzbar»

Stromwirtschaft schlägt Alarm Der Bundesrat will die Energieversorgung langfristig sichern. Doch nun steht er in der Kritik, diesen Plan zu gefährden – wegen einer Volksinitiative zum Schutz der Biodiversität.

Kann sich die Schweiz künftig sicher mit Strom versorgen? Diese Frage ist auf der Agenda der Politik nach oben gerückt, nachdem der Bundesrat das Rahmenabkommen mit der EU versenkt hat und damit ein Stromabkommen mit der EU in weite Ferne gerückt ist.

Auch innenpolitisch erhält die Frage neue Brisanz. Grund ist ein Volksbegehren, das die Biodiversität stärker schützen will. Wie sich nun zeigt, bekämpft ein gewichtiger Akteur der Energiewirtschaft nicht nur die sogenannte Biodiversitätsinitiative. Auch den indirekten Gegenvorschlag, mit dem der Bundesrat das Anliegen bekämpfen will, lehnt der Schweizerische Wasserwirtschaftsverband (SWV) ab. Die Wasserwirtschaft sieht nichts weniger als das Ziel einer sicheren Stromversorgung im Jahr 2050 gefährdet – und widerspricht dem Bundesrat damit diametral. «Die Energiewende ist
so nicht umsetzbar», sagt SVP Nationalrat Albert Rösti, der den Wasserwirtschaftsverband präsidiert.

Tages-Anzeiger, 07. Juli 2021 / Stefan Häne

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19. Juni 2021

Baustellen unserer Stromversorgung

Monstervorlage des Bundesrates Die Schweiz soll bis 2050 klimaneutral werden und erneuerbaren Strom produzieren. Eine Herkulesaufgabe. Das sind die zentralen Punkte der Energiewende.

Der Bundesrat will die Energiewende vorantreiben. Er setze damit den  Weg fort, den das Schweizer Stimmvolk 2017 mit seiner Zustimmung zur Energiestrategie 2050 vorgezeichnet habe, sagte Umweltministerin Simonetta Sommaruga gestern vor den Medien. Das Massnahmenpaket, das der Bundesrat verabschiedet hat, ist umfangreich. Wir zeigen die wichtigsten
Baustellen.

1 Ausbau erneuerbare Energie: Solar- und Windenergie sollen bis 2035 neben der Wasserkraft 17 Terawattstunden Strom liefern. Bis zum Jahr 2050 sollen es dann 39 Terawattstunden sein.

2 Anreize für Stromprojekte: Der Bundesrat will die Erneuerbaren in Zukunft ausschliesslich mit Investitionsbeiträgen fördern. Die bisherigen Förderinstrumente für die erneuerbare Stromproduktion werden neu bis 2035 verlängert.

3 Reserven für Winterstrom: Der Bundesrat sieht nun in seinem Massnahmenpaket zusätzlich zum angestrebten Zubau der erneuerbaren Stromproduktion eine Reserve von 2 TWh vor, die im Winter sicher abrufbar sein muss.

4 Strommarkt für alle öffnen: Nach den Grossverbrauchern sollen neu auch Haushalte und kleinere Betriebe ihren Stromlieferanten frei wählen dürfen.

5 Option Gaskraftwerke: Der Bundesrat will die Wasserkraft bis 2040 um 2 Terawattstunden ausbauen. Sollte sich spätestens 2030 abzeichnen, dass dieses Ziel verfehlt wird, sollen Alternativen geprüft werden – technologieoffen.

Tages Anzeiger, 18. Juni 2021 / Stefan Häne und Martin Läubli

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15. Juni 2021

Klimapositiver Strom aus Holz mit WKK

ERNEUERBARE ENERGIE- UND BIOKOHLEPRODUKTION

In Frauenfeld realisiert Energie 360° zusammen mit Schweizer Zucker eines der innovativsten Holzheizkraftwerke Europas. Die gemeinsame Tochterfirma Bioenergie Frauenfeld AG liefert ab 2022 Strom für 8000 Haushalte und erneuerbare Wärme für die Zuckerfabrik und das angrenzende Wohnquartier. Das Besondere dabei: Beim Prozess fällt keine Asche an, und ein Teil des sich im Holz befindenden CO2 wird nicht in die Atmosphäre freigesetzt, sondern bleibt in Form von Biokohlegespeichert.

Um das gemeinsame Ziel Nullemission zu erreichen, müssen die Rohstoffe möglichst effizient genutzt werden. Zudem benötigt es Anlagen, die das bereits freigesetzte CO2 aus der Atmosphäre holen und speichern. Mit anderen Worten: Es müssen mehr Treibhausgase gebunden als emittiert werden. Das klimapositive Holzheizkraftwerk, das derzeit Energie 360° zusammen mit Schweizer Zucker in Frauenfeld realisiert, setzt dabei neue Massstäbe.

Aqua & Gas / Juni 2021 – Stefan Ellenbroek, Energie 360° / Bioenergie Frauenfeld, Marcel Huber, Syncraft®, Stefan Schaffner, IWK
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29. Mai 2021

Wir müssen mehr Strom importieren

Rahmenabkommen-Aus Die Strombranche warnt vor Versorgungsproblemen ab 2025. Wie akut das Problem wirklich ist, sagt Michael Frank, Direktor des Verbands Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen.

Die Strombranche ist in Aufruhr. Bis zuletzt hat sie darauf gehofft, dass ein Rahmenabkommen mit der EU zustande 
kommt und der Weg frei wird für ein Stromabkommen. Nach dem Abbruch der Verhandlungen ist diese Hoffnung in 
weite Ferne gerückt. Branchenriese BKW und andere Akteure der Branche warnten davor, dass nun die Versorgungs-
sicherheit gefährdet ist. Dazu haben wir mit Michael Frank, dem Direktor des Verbands Schweizerischer Elektrizitäts-
unternehmen (VSE), gesprochen.

Herr Frank, die Strombranche warnt vor Konsequenzen nach dem Rahmenabkommen-Aus. Kommt es schon bald zu Stromausfällen?

Nein. Kurzfristig haben wir keine Probleme. Aber die Schwierigkeiten nehmen definitiv zu. Ab 2025 müssen 
europäische Länder 70 Prozent ihrer Kapazität an der Grenze für den Handel zur Verfügung stellen. Damit sinkt 
die Kapazität für Importe. Und auf die lange Sicht müssen wir mehr Strom importieren, weil etwa die AKW abge-
schaltet werden, wir gleichzeitig mehr Strom verbrauchen für die Elektrifizierung und der Ausbau der Erneuerbaren 
in der Schweiznur schleppend vorankommt. Zudem werden ungeplante Stromflüsse in die Schweiz zunehmend 
schwieriger zu kontrollieren, was die Systemstabilität gefährdet.

Die EU nimmt doch nicht Blackouts in Kauf, nur um Macht zu demonstrieren, und gefährdet die Stromsicherheit in den umliegenden Ländern.

Vorsätzlich will wohl niemand die Stromversorgung gefährden. Aber die EU nimmt zumindest Probleme in Kauf, 
womit letztlich eine Lose-lose-Situation entstehen kann. Die Schweiz hat zudem einen Vorteil: Der Strom in 
Richtung Italien fliesst vor allem durch die Schweiz. Gefährdet die EU also den Stromfluss in der Schweiz, 
gefährdet sie Italien. Die Stromwirtschaft sieht vor allem ein Problem, weil sie jetzt schon weniger mit Strom handeln
kann, also wirtschaftlich weniger vom ständigen Auf- und Ab an den Strombörsen profitiert. Es geht darum, das 
Stromsystem der Schweiz zu stabilisieren und die Versorgungssicherheit nicht unnötig zu gefährden. 
Quelle: Tagesanzeiger / Philipp Felber-Eisele / 29.5.2021
Wir müssen mehr Strom importieren
29. Mai 2021

Stromeinbindung stellt Schweiz vor ernste Probleme

Brüssel fällt die politisch delikate Aufgabe zu, nach dem Verhandlungsabbruch für bilaterale Verträge die Regeln für die Sicherstellung des Netzbetriebs mit dem Land zu definieren.

Die Verhandlungen über das Stromabkommen sind das Drama im Drama der qualvollen Geschichte der
Schweiz mit der Europäischen Union: Seit Mitte der 1990er Jahre schleppen sich Gespräche und
Verhandlungsrunden über einen Elektrizitätsvertrag hin ohne Aussicht auf eine Übereinkunft. Aktuell ist die
Schweiz aus nahezu allen politischen Gremien des Energiebinnenmarktes sowie – als Staat – von der
Teilnahme ausgeschlossen. Bis sie den EU-Akteuren Gegenrecht in ihrem Land gewährt, statt sich weiter
abzuschotten, wie es in Brüssel heißt. Pendent ist die Frage, ob sie aktuell Mitglied im europäischen
Stromverband Entso-E bleiben kann.

Verbundnetz wackelt ohne bilaterale Übereinkunft

Nachdem sich die Schweizer am 26. Mai aus den laufenden zweistaatlichen Verhandlungen genommen
hat, liegt nun der politisch delikate Ball bei Brüssel und den 27 Mitgliedsstaaten. Es muss geklärt werden,
welche unbedingt notwendigen technischen Fragen für einen sicheren Betrieb des Verbundnetzes, in das
die Schweiz wie kein zweites Land eingebunden ist, mindestens gelten sollen – und müssen. Ansonsten
droht sich wegen fehlender internationaler Koordination ein Blackout wie im September 2003 in Italien zu
wiederholen, als die Schweizer und die europäischen Netzpartner zu lange benötigten, sich zu
verständigen. Sekunden später tauchte fast ganz Italien ausgerechnet in der „Weißen Nacht“, in die
stromlose Dunkelheit eines Blackouts.
Avenir Suisse, ein wirtschaftsliberales Institut, machte in einem Kommentar zum unilateralen
Verhandlungsabbruch, der viele EU-Politiker seiner Stillosigkeit wegen vor den Kopf gestoßen hat, auf diese
Besonderheit aufmerksam: Normalerweise bedeute ein vertragsloses Handeln Autonomie in der Politik; im
Stromgeschäft aber verhält es sich genau genommen umgekehrt. Es bedeutet den Verlust über die
Kontrolle des eigenen Netzes, weil es dazu zwingend Abmachungen benötigt.
Quelle: E&M / MARC GUSEWSKI / 1. Juni 2021
Konsequenzen Absage EU Rahmenabkommen
14. Mai 2021

Heisse Luft um Wasserstoff

Er ist omnipräsent: NationalratChristian Imark ist SVP-Kampagnenleiterund bekämpft mit
allen Mitteln das revidierte CO2-Gesetz, über das am 13. Juni ander Urne abgestimmt wird. 
Der Höhepunkt seiner bisherigen Arbeit ist sein 10-Punkte-Plan, mit dem die Schweiz die Energie-
wende «ohne neue Verbote und Bevormundung» schaffen soll. Eine «schnellere klimafreundliche
Zukunft» verspricht er. Seine Lösung: Brennstoffzellen, Verbrennungsmotoren und -heizungen, 

die mit Wasserstoffbetrieben werden.

Das Gas wird durch Elektrolyse produziert. Das heisst: Mithilfe von elektrischem Strom wird 
Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten. Der Strom stammt aus überschüssiger er-
euerbarer Energie – vorzugsweise Sonnenenergie, die vor allem im Sommer anfällt, wenn die 
Sonne am höchsten steht und die Fotovoltaikanlagen mehr Strom produzieren, als verbraucht 
wird. 
Dass das Gas in Zukunft für die Schweizer Energieversorgung eine Rolle spielen wird, darüber
sind sich die Energiefachleute einig. Konsens besteht auch darin, überschüssigen Strom gescheiter 
zu speichern, als bei einem Überangebot an Strom Fotovoltaik- oder Windanlagen vom Netz zu 
nehmen. «Die Vorstellung jedoch, man könne dasCO2-Problem primär durch Wasserstoff lösen, 
ohne die Frage der Energiequelle zu lösen, ist weder fundiert noch umfassend», sagt Christian Bach, 
Autoingenieurund Wasserstoffexperte an der Empa in Dübendorf.

Zum Thema Winterstrom

Wasser- und Solarkraft allein können die Nachfrage vermutlich nicht decken, sobald das letzte 
Kernkraftwerk vom Netz ist. Die Idee ist, im Sommer synthetisiertes Methan zum Beispiel in Block-
heizkraftwerken zurückzuverstromen. Christian Bach ist skeptisch: «Die inländische saisonale
Stromspeicherung halte ich nicht für realistisch, weil sie zu teuer ist.» Der Import von
synthetischem Methan werde sicher immer billiger sein.

Heisse Luft um Wasserstoff

Quelle: Tages-Anzeiger / 12. Mai 2021 - Martin Läubli
11. Mai 2021

Die Schweiz hat zu wenig Strom für E-Autos

Drei Szenarien durchgerechnet

Investitionen in erneuerbaren Strom zu wenig berücksichtigt

Quelle: Sonntagszeitung /

20. April 2021

Gasmotoren unterstützen Netzstabilität

Anfang Januar 2021 kam es plötzlich zu einem starken Frequenzabfall im europäischen Stromnetz. Ein drohender Blackout konnte jedoch durch sofortiges Eingreifen der europäischen Netzbetreiber abgewendet werden, u. a. mithilfe einer weiteren Aufspaltung des europäischen Verbundnetzes. Innerhalb weniger Minuten wurde wieder eine stabile Frequenz erreicht. Mit dazu beigetragen haben rund 4.000 flexible, schnell start- und regelbare Gasmotoren von INNIO mit insgesamt knapp 6 GW Leistung.

Eine grössere Frequenzabweichung von den im euroäischen Stromnetz gängigen 50 Hertz ist eine sehr heikle Situation und kann im Extremfall zu einem großflächigen und langanhaltenden Stromausfall führen, dem sogenannten „Blackout“ mit fatalen Folgen. Ähnlich kritische Situationen wie jene vom 8. Januar 2021 gab es zuvor im Sommer 2019, damals gleich an drei Tagen. Zwei grossflächige Beinahe-Blackouts innerhalb der letzten zwei Jahe machen eine zuvor vielleicht abstraktere Bedrohung mittlerweile zu einem konkreten Risiko für die nahe Zukunft und bestärken Investitionspläne in ein robustes Energiesystem.

Dezentrale Gasmotoren als Ausgleich zu erneuerbaren Energien
Mit dem stetigen Ausbau regenerativer Energien in Europa steigen auch die Anforderungen an die Energieversorgungsnetze. Denn erneuerbare Energien wie Wind- und Sonnenkraft sind volatil – sie liefern nur dann Strom, wenn der Wind weht oder die Sonne scheint. Um Blackouts zu vermeiden, benötigt das Stromnetz daher zuverlässige, jederzeit abrufbare Reserveleistung. Neben zentralen Großkraftwerken haben hier flexible dezentrale Kraftwerke eine hohe Bedeutung.
Der dezentralen Energieversorgung auf Basis von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen kommt damit eine Schlüsselrolle zu, um die europaweite Strom- und Wärmeversorgung für die nächsten Jahrzehnte zu sichern und sie gleichzeitig nachhaltiger zu gestalten. Diese wichtige Aufgabe können Blockheizkraftwerke auch langfristig übernehmen. Denn auch wenn sie heute großteils mit Erdgas betrieben werden, können sie mittel- bis langfristig auf CO2-neutrale oder gänzlich CO2-freie Brennstoffe umgerüstet werden. 

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Quelle: E&M vom 1. April 2021 / Author: Carlos Lange – President und CEO von INNIO