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NZZ am Sonntag sagt in ihrer Ausgabe vom 7. Juli 2019: Eine brisante Studie der Forschungsanstalt Empa zeigt: Setzten wir für Klimaschutz massiv auf Wärmepumpen und Elektroautos, droht uns im Winter ein gigantisches Stromdefizit.

«Im Winterhalbjahr würden uns gemäss unserer Studie 22 Terawattstunden Strom fehlen», erklärt Forscher Martin Rüdisüli von der Abteilung Urban Energy Systems der Empa. «Das ist eine enorm grosse Menge.» In den letzten Jahren lag das Defizit im Winterhalbjahr im Schnitt bei rund 4 Terawattstunden – fünfeinhalbmal tiefer.

Die Forscher ziehen aus der Studie vor allem einen Schluss. Wir dürfen die verschiedenen Energiesektoren nicht gegeneinander ausspielen. So könnte aus ihrer Sicht Gas weiterhin eine wichtige Rolle spielen. „Erdgas ist die sauberste fossile Energie“.

Quelle: NZZ am Sonntag vom 07. Juli 2019

Laut Energiestrategie muss das Schweizer Energiesystem bis 2050 vollständig auf erneuerbare Energien setzen. Power-to-Gas gilt dabei als eine der Schlüsseltechnologien für eine CO2-neutrale Energieversorgung. Eine Anlage steht zu Forschungszwecken an der Hochschule Rapperswil (HSR). Kürzlich hat Bundesrätin Simonetta Sommaruga die Anlage auf Einladung des Wirtschaftsverbandes Swisscleantech besichtigt.

„Die Zukunft gehört den erneuerbaren Energien“, sagte die Vorsteherin des Eidgenössischen Departementes für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) bei ihrem anschließenden Referat in der Aula der HSR. „Wasserstoff- und Elektrolastwagen nutzen beispielsweise nichts, wenn wir dafür keinen sauberen Strom verwenden“, so Sommaruga weiter. „Deshalb müssen wir mehr sauberen Strom produzieren.“ Auch betonte sie die Chancen, welche sich der Schweiz im Kampf gegen den Klimawandel bieten.

Dabei sei eine enge Zusammenarbeit zwischen Forschung und Privatwirtschaft, die neue Technologien auch zur Anwendung bringt, unerlässlich. Der Wandel könne nur zusammen mit der Wirtschaft gelingen. Vor allem auf den „Werkplatz Schweiz“ setzt die Uvek-Vorsteherin beim Wandel des Energiesystems. „Wir sollten das Geld hier investieren“, sagte sie. Denn eine kluge Klimapolitik schaffe eben auch Arbeitsplätze.

Quelle: energate messenger vom 25.6.2019

Bericht auf der HSR Website nachlesen

Im Bundesland Bayern haben die Stadtwerke Haßfurt offiziell ihr Wasserstoff-Blockheizkraftwerk in Betrieb genommen. Damit ist die wasserstoffbasierte Speicherkette für regenerativen Strom komplett. Als Elemente der Sektorkopplung wurden bereits die Stromerzeugung aus Windenergie, eine Elektrolyse zur Umwandlung von Stromüberschüssen in Wasserstoff sowie Drucktanks installiert. Jetzt wurden sie durch das neue Blockheizkraftwerk ergänzt, mit dem der regenerativ gewonnene Wasserstoff bedarfsgerecht verstromt werden kann.

Im Unterschied zur bisher praktizierten Beimischung von Wasserstoff ins Erdgasnetz, geht es hier um einen Betrieb mit reinem Wasserstoff ohne fossile Brennstoffanteile. Das Aggregat hat eine elektrische Leistung von bis zu 200 kW.

Erste Betriebsergebnisse zeigen gute Wirkungsgrade und dank der Verbrennung von Wasserstoff eine sehr hohe Dynamik im Betrieb. Diese ermögliche in Verbindung mit dem bestehenden Elektrolyseur lokal einen Ausgleich von Überschüssen und Unterdeckungen aus der regenerativen Stromerzeugung sowie die Bereitstellung von Regelenergie.

Quelle: Energie & Management (E&M)

Weitere Informationen

Der Zubau von dezentralen WKK- und Solarstrom-Anlagen bietet eine optimale Lösung, um die Atomenergie mindestens teilweise zu ersetzen und das Sommer-Winter-Gefälle in der Schweizer Stromversorgung auszugleichen. Denn in den Sektoren Verkehr, Raumwärme, Industrie und Gewerbe kann die Schweiz viel mehr fossile Energie einsparen, als zusätzliche effiziente WKK-Anlagen benötigen. Unter dem Strich resultiert trotz zusätzlicher WKK-Anlagen ein deutlicher Rückgang der CO2-Emissionen.

ElCom-Präsident Carlo Schmid wies an ihrer letzten Jahresmedienkonferenz in Bern ebenfalls auf die wachsende inländische Versorgungslücke im Winterhalbjahr hin. Dabei stellte er in Frage, dass die Schweiz künftig jederzeit genügend Strom importieren kann, denn auch in Süddeutschland könnte Strom nach dem Ausstieg Deutschlands aus der Atomenergie knapp werden. Deshalb müsse die Schweiz im Winterhalbjahr selber genügend Strom bereit stellen.

Artikel herunterladen: „Die Stromlücke im Winter, und wie sie sich stopfen lässt.“

Quelle: www.infosperber.ch vom 5./6. Juni 2019

Der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) hat Parlamentarier verschiedener Parteien zum Thema Energiezukunft und Versorgungssicherheit befragt. Dass der Stromverbrauch künftig aufgrund der Substitution fossiler Energien durch elektrische Anwendungen zunehmen werde, hatten drei der fünf befragten Politiker zu Protokoll gebracht. Dabei wurde insbesondere auch die Rolle der Elektromobilität hervorgehoben. Wichtig wären dabei neue Anreize für Investitionen in erneuerbare Energien in der Schweiz. Dies auch weil eine reine Importstrategie nicht realistisch sei bzw. erhebliche Risiken berge.

Der VSE hat aus den Antworten der Politiker auch die Notwendigkeit nach mehr Sektorkopplung identifiziert. So müsse bspw. „Power-to-Gas“ vorangetrieben werden, weil diese Technologie heute noch im Versuchsstadium sei und Verbesserungen brauche. Die Optionen für das Winterhalbjahr müssten so oder so weiter ausgebaut werden. Dies gelte insbesondere auch für die Wärme-Kraft-Kopplung, also das Zusammenspiel von Gas-, Strom- und Wärmenetz. Man gab sich überzeugt, dass auch kleinere BHKW’s im Sinne von stromproduzierenden Heizungen in einer integrierten Energie- und Klimapolitik wichtig wären.

Bericht auf der VSE Website nachlesen.

Quelle: energate messenger vom 26.4.2019

Das Heizen und die Stromerzeugung mittels erneuerbaren Gasen soll gefördert werden. Dafür sprachen sich die Referenten am Bioenergie-Forum in Bern aus. Gemäss Hans-Christian Angele, Leiter Politik VSG, gehe es darum, die Überproduktion an Strom im Sommer und den Mangel im Winter besser zu regeln. Darüber hinaus gelte es, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Gas und Wärme liessen sich in miteinander gekoppelten Netzen kombinieren.

Heute machen erneuerbare Gase auf dem Schweizer Wärmemarkt rund drei Prozent aus. Bis 2030 sollen es gemäss dem selbst formulierten Ziel der Gaswirtschaft 30 Prozent sein. Ein enormes Potenzial weise darüber hinaus Power-to-Gas (PtG) auf. Von grosser Bedeutung seien auch die Importe. Biogas lasse sich im Ausland effizienter und günstiger produzieren als in der Schweiz.

Die interessanteste Anwendung von erneuerbaren Gasen sieht der VSG mit Blockheizkraftwerken, um im Winter Strom und Wärme zu produzieren. Mittels kleinerer Anlagen für die Wärmekraftkopplung könne die Schweiz die Lücke in Bezug auf den Winterstrom teilweise schliessen. Angele zitierte eine Studie der ETH, wonach bei einer Installation von insgesamt 7.000 solcher WKK-Anlagen rund sechs Prozent des im Winter benötigten Stroms abdecken könnten. Gleichzeitig würde der Ausstoss von CO2 im Vergleich mit heute um 43 Prozent gesenkt.

Präsentation vom VSG hier herunterladen.

Quelle: energate messenger vom 3.4.2019

Der Bundesrat hat im Oktober 2018 das UVEK beauftragt ein Vernehmlassungsverfahren zur Revision des Stromversorgungsgesetz (StromVG) durchzuführen. Themen darin sind volle Strommarktöffnung, Speicherreserve und Modernisierung der Netzregulierung. POWERLOOP hat seine Stellungnahme per 31.01.19 eingereicht.

Grundsätzlich begrüssen wir die Revision des StromVG und sind der Auffassung, dass diese dringend ist. Wir begrüssen ebenfalls die Absicht, die sogenannte Sektorenkopplung der Netze für Gas, Strom, Wärme und der Mobilität durch Technologien wie Power-to-Gas/Fuel (and Heat) und Fuel/Gas-to-Power (and Heat) durch optimale Nutzung der Angebote an erneuerbaren Energieträgern und der Speicherfähigkeit der vorhandenen Netze zu stärken.

Damit deren Marktchancen wirklich verbessert werden und insbesondere das Ungleichgewicht der Schweizer Stromversorgung im Sommer und im Winter nicht durch Strom aus unbekannter Herkunft aus dem Ausland «saubergewaschen» wird, sind einzelne Artikel im revidierten Gesetzesvorschlag anzupassen. Was aus unserer Sicht in der vorliegenden Revision des StromVG deutlich zu kurz kommt, ist der Einbezug von Prosumern / dezentralen Produzenten von Strom, ausserhalb der klassischen Stromwirtschaft, und damit ein wachsender Bereich von Stromproduzenten.

(Die vollständige POWERLOOP Stellungnahme vom 31.01.19 herunterladen)

Quelle: intern

In zwei Jahrzehnten sollen alle deutschen Kohlekraftwerke stillgelegt sein
Der Vorsitzende der Kohlekommission spricht von einem «historischen Kraftakt» und will nicht sagen, was der Ausstieg kosten wird. Die Umweltverbände sind mit dem Kompromiss unzufrieden, der manche Regionen Deutschlands von Grund auf verändern wird.
Das letzte Kohlekraftwerk in Deutschland soll spätestens im Jahr 2038 vom Netz gehen und die Kohlereviere werden mit Milliardenhilfe gestützt: Auf dieses Verhandlungsergebnis einigte sich die Kohlekommission am frühen Samstagmorgen in Berlin. «Es war extrem konfliktreich», sagte deren Vorsitzender Ronald Pofalla. Der Konsens sei nicht vorhersehbar gewesen. Schliesslich stimmten 27 von 28 Kommissionsmitgliedern dem Vorschlag zu. Bei einer Pressekonferenz am Samstag wollte Pofalla nicht auf die Frage antworten, wie teuer der Ausstieg aus der Kohle wird. Momentan ist davon auszugehen, dass deutlich mehr als 40 Milliarden Euro investiert werden müssen. Pofalla sagte, ohne den Kohleausstieg werde Deutschland gegen die international vereinbarten Klimaziele verstossen und müsse Strafen in Milliardenhöhe zahlen.
 
Quelle: Jonas Hermann, NZZ 26.01.19